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Ein Verein, der das kulturelle Leben der Gemeinde in den vergangenen Jahren entscheidend mitgeprägt hat, ist der Musikverein.
Alte Rechnungen aus dem Pfarrarchiv über Reparaturen von Musikinstrumenten belegen, dass in Neufang bereits im 18.
Jahrhundert Blasmusik - zumindest im kirchlichen Bereich - betrieben wurde. Allerdings waren diese Zusammenschlüsse von
musikbegeisterten Männern, die sich in ihrer Freizeit zum Musizieren zusammenfanden, nur "wilde" Vereine. Erst im Jahr 1966 -
vor allem auf Initiative des damaligen Ortsgeistlichen von Neufang, Johann Baptist Schmitt - wurde ein offizieller Verein ins Leben gerufen. Bei
der damaligen Gründungsversammlung am 8. März traten 104 Mitglieder dem Verein bei.
Im gleichen Jahr erfolgte der Beitritt zum Nordbayerischen
Musikbund. In der darauffolgenden Zeit konnten junge Musiker ausgebildet werden, wobei sich Michael Kotschenreuther bleibende
Verdienste erwarb.
1973 erfolgte ein Wechsel in der Vereinsführung. In der Versammlung vom 27. Januar wurde Eugen Bätz zum 1. Vorsitzenden gewählt. Dieses Ehrenamt begleitete er bis 2006 ununterbrochen in vorbildlicher Weise (siehe Bericht Vorstandswechsel).
Auf die zielstrebige Vereinspolitik der Vorgänger aufbauend, konnte bereits im Juli 1973 mit der Anschaffung einer
Trachtenkleidung ein langgehegter Wunsch der Musiker in Erfüllung gehen.
Am 15. August 1974 wurde das erste Wiesenfest - inzwischen auch als das "Berglesdorfer Fest" bekannt - abgehalten.
Dieses Fest entwickelte sich aus kleinen Anfängen und ist mittlerweile zum festen Bestandteil der jährlichen Neufanger
Veranstaltungen geworden.
Am 17. Februar 1975 wurde der gemischte Chor "Eintracht" dem Verein angegliedert. Der 1923 gegründete
Männergesangverein "Eintracht" stellte im Jahr 1967 wegen akutem Sängermangel seine Aktivitäten ein. Als
Schola wurde das Singen vor allem im kirchlichen Bereich weitergeführt. Daraus formte sich 1972 der jetzige gemischte Chor
"Eintracht". Mit der Angliederung war das Fortbestehen des Chores in einer aktiven Vereinsgemeinschaft gesichert.
Um den Anforderungen einer ansprechenden Blasmusik zu genügen, wurde Ende 1976 eine Verstärkeranlage angeschafft.
Die Proben fanden anfangs im Jugendheim statt. Der allgemeine Aufwärtstrend der Kapelle ließ Pläne schmieden,
vielleicht auch ein eigenes Heim für Proben und Singstunden zu erstellen. Die permanente Abhängigkeit bei Nutzung fremder
Räume, sowie mangelnde Unterbringungsmöglichkeiten des inzwischen recht umfangreichen Vereinsinventars, gaben zusätzlich
Anstoß zu diesem Gedankenspiel.
Dank der Initiative von Eugen Bätz und Heinrich Föhrweiser jun., sowie der Unterstützung des damaligen
Steinwiesener Bürgermeisters Reinhold Renk und des Entgegenkommens der Geschäftsleitung der Raiffeisenbank Steinwiesen, konnte
nach vielen Vorverhandlungen am 29. September 1983 mit dem Umbau der alten Schule zu einem Musikheim und Bankgebäude in
Zusammenarbeit mit der Raiffeisenbank begonnen werden. Am 16. September 1984 erfolgte die kirchliche Weihe.
Zum 200jährigen Bestehen der Neufanger Blasmusik, wurde 1986 ein Kreismusikfest veranstaltet. Neben den Ehrungen
verdienter Mitglieder beim Festkommers waren der Sternmarsch und der Gemeinschaftschor von über 30 teilnehmenden Blaskapellen und
Vereinen Höhepunkte dieses Festes. Organisation und Durchführung waren eine Herausforderung. Diese Aufgabe hat der Musikverein
Neufang hervorragend bewältigt.
In der Ausschußsitzung am 4. April 1987 wurde von der Vorstandschaft beschlossen, die bisherige Tracht durch eine
Lederhosentracht zu ersetzen.
Am 5. November 1988 feierte der gemischte Chor "Eintracht" sein 65jähriges Bestehen. Hierbei wurde zum ersten
Mal der Versuch unternommen, einen gemeinsamen Musik- und Liederabend für die Neufanger Bevölkerung durchzuführen. Bei
dieser Veranstaltung wurden Sängerinnen und Sänger für 10- bzw. 25jährige Chorzugehörigkeit geehrt.
Darüberhinaus konnte Chorleiter Franz Föhrkolb für mehr als 30jährige Dirigententätigkeit ausgezeichnet werden.
Seit diesem ersten Versuch findet der Neufanger Musik- und Liederabend jedes Jahr im Spätherbst als "Cäcilien-Abend"
im Sportheim statt.
Durch die stetige Aufwärtsentwicklung der Blaskapelle und des gemischten Chores sowie durch den Ausbau des Musikheimes,
mußten seitens des Vereins in den vergangenen Jahren einige finanzielle Kraftakte geleistet werden. Aufgrund der sparsamen und
engagierten Kassenführung des, im Jahr 1997 leider viel zu früh verstorbenen, langjährigen Kassiers Siegmund Hofmann - er war
von 1973 bis zu seinem Tod verantwortlich für die Finanzen des Vereins - konnten nach und nach weitere Investitionen getätigt
werden.
Mit der Anschaffung einer neuen Verstärkeranlage wurde für die Blaskapelle die technische Grundlage für eine
erfolgreiche Unterhaltungsmusik geschaffen. In diesem Bereich hat sich die Kapelle im näheren und weiteren Umkreis - nicht zuletzt durch
eine engagierte Probenarbeit - einen hervorragenden Namen geschaffen.
Mit dem Ausbau des Dachgeschosses zu einem Gemeinschaftsraum erfüllten sich Kapelle und Chor Voraussetzungen für
ein geselliges Miteinander nach den Proben.
Nach der Zeit des Musikheimbaues kam der Verein für einige Jahre in etwas ruhigeres Fahrwasser. Dank der nun vorhandenen
Räumlichkeiten und des unermüdlichen Einsatzes der Dirigenten und Aktiven der beiden Klangkörper, konnte die Probenarbeit
optimiert werden. Mit der Ausbildung von jungen Musikern wurde ein Schritt zur Verjüngung der Kapelle unternommen.
Wegen der ständigen Zunahme des Vereinsinventars kam es wegen der Lagerung in der Vergangenheit jedoch immer wieder zu
Problemen. Zum Teil wurden Sachen in privaten Räumen aufbewahrt oder bei Privatpersonen untergestellt. Eine Lösung bahnte sich
erst an, als die Erweiterung des Musikheimes in die Wege geleitet wurde. Nach Verhandlungen mit den Verantwortlichen der Raiffeisenbank
Kronach, sollte das, beim seinerzeitigen Umbau der alten Schule abgerissene, Lehrerwohnhaus wieder neu angesetzt werden.
Durch die Tatkraft des 1. Vorsitzenden Eugen Bätz wurde dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt und realisiert. An dieser Stelle
gebührt vor allem den Aktiven und allen Helfern ein herzliches "Vergelt´s Gott" für die vielen Stunden freiwilliger
Arbeitsleistung, die für dieses Vorhaben aufgebracht wurden.
An diesem Projekt zeigt sich, was durch Gemeinschaftssinn und ein intaktes Vereinsleben alles erreicht werden kann. Ein Verein
steht und fällt mit seinen Aktiven. Einen Großteil der Aktivitäten erbringen - und das nicht nur beim Erweiterungsbau des
Musikheimes - die aktiven Mitglieder der Neufanger Blasmusik.
Mögen Blasmusik und Gesang auch in Zukunft zur Freude ihrer Mitmenschen ihren guten Klang behalten. Das walte Gott!
Text: Elmar Müller (aus der Festschrift zum 220jährigen Bestehen des Musikvereins)
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